Bei jedem Post, den ich schreibe, frage ich mich kurz: Kann ich das? Darf ich das?
Ich poste es trotzdem.
Das war 2017 genauso, als ich mein Unternehmen gegründet habe. Als das kleine angepasste Mädchen aus dem Wiener Vorort, das immer tat, was man ihm sagte, plötzlich beschlossen hat, den Schritt in etwas Eigenes zu wagen. Ohne Netz. Mit sehr viel Zweifel. Und trotzdem.
Vor knapp vier Jahren habe ich meinen Lebenslauf das erste Mal so erzählt, wie er wirklich war. Nicht die aufgeräumte Version für Bewerbungsgespräche, sondern die echte. Mit den Brüchen, den Verlusten, den Momenten, in denen nichts mehr sicher war. Denn genau diese Geschichte - die echte - ist auch die Grundlage für eine Bewerbung, die wirklich überzeugt.
Den Original-Artikel findest du hier:
Der etwas andere Lebenslauf - Wie ich wurde, was ich heute bin: Coach für Karriere und Lebensweg
Hier schreibe ich die Version 2.0 dazu. Mein Blickwinkel darauf ist heute ein anderer.
Was mich wirklich geprägt hat - neu gelesen
Es gibt Momente im Leben, die sich erst rückwirkend als Wendepunkte erkennen lassen. Bei mir sind es vier.
2009: Eine Therapeutin sagt den "einen Satz".
Ich sitze in einer Eheberatung, die ich eigentlich für eine Trennung gebucht habe. Es kommt anders. Und der Satz, den ich mitnehme, verändert alles: „Alles ist da. Sie müssen es nur annehmen.“
Ich habe Jahre gebraucht, um zu verstehen, was das bedeutet - und bin mir auch bewusst, dass dieser Prozess nie abgeschlossen ist. Für mich persönlich. Und für die Frauen, mit denen ich heute arbeite.
2014-2016: Vier Todesfälle in zwei Jahren.
Meine Schwägerin. Mein Bruder. Zwei weitere Menschen, die mir nahestanden. Alle viel zu jung. Ich funktioniere. Ich führe ein Team. Ich halte alles zusammen.
Von innen beginnt etwas zu fragen: Wozu das alles, wenn das Leben so plötzlich enden kann?
2017: Der Mut zur Selbständigkeit.
Ein sicheres Unternehmen verlassen, das auch sozial gut war. Rational vollkommen unverständlich. Das kleine angepasste Mädchen in mir hat solche Angst, Fehler zu machen. Die erwachsene Christiana nimmt es bei der Hand. Und irgendwo wusste ich: Alles was ich brauche, ist schon da. Es war immer da. Ich musste es nur annehmen.
2026: Jetzt.
Ich bin bereit. Ich mache den nächsten Schritt. Nicht weil alles perfekt ist. Sondern weil ich mir heute die Erlaubnis gebe, sichtbar zu sein. Und weil ich gelernt habe, dass Warten niemanden schützt - es kostet nur Zeit.
Was ich daraus verstanden habe
Sichtbarkeit hat einen Preis. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und ich sehe es täglich - in persönlichen Gesprächen mit Frauen, aber auch in dem, was gerade gesellschaftlich passiert. Sobald eine Frau eine Meinung hat, klar kommuniziert, Haltung zeigt, wird sie bewertet. Nicht unbedingt für den Inhalt. Für die Lautstärke.
Bleibt sie leise, passiert das nicht.
Aber dann passiert auch nichts anderes.
„Unsichtbar zu bleiben hat einen höheren Preis - und den zahlst du still, über Jahre.“
Ich kenne dieses Gefühl. Lange gewartet. Auf den richtigen Moment. Auf mehr Sicherheit. Auf die Erlaubnis von irgendjemandem da draußen. Und ich sehe es täglich bei den Frauen, mit denen ich arbeite. Der Engpass liegt selten im Lebenslauf. Er liegt in der inneren Freigabe, den eigenen Platz wirklich einzunehmen.
Die Erlaubnis kommt nicht von außen.
Das ist die unbequeme Wahrheit und gleichzeitig eine sehr befreiende.
Warum jetzt das 2.0
Neun Jahre. Vieles gelernt. Vieles gewachsen.
25 Jahre HR & Recruiting. Echtes Coaching Handwerk. Und ein tiefer Respekt vor dem, was Frauen in Supportfunktionen täglich leisten.
Und ich habe verstanden, dass Sichtbarkeit im Beruf ein strukturelles Thema ist - und kein Mangel an Kompetenz.
Das möchte ich jetzt weitergeben. Konkret. Mit der Erlaubnis-Methode als Rahmen.
Masterclass: Positionsklarheit im Lebenslauf und Gespräch
Was ich in 25 Jahren HR & Recruiting gelernt habe - strukturiert, konkret, umsetzbar. Für Frauen, die fachlich längst bereit sind und jetzt lernen wollen, wie sie das auch sichtbar machen.

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