Coaching - Modetrend oder sinnvolles Veränderungstool?

Die Arbeit mit dem Systembrett - ein effektives Coaching Tool

Coaching ist „in“. Menschen lassen sich heutzutage in fast allen Lebensfragen begleiten und beraten, angefangen bei Ernährung oder Fitness, über Partnerschafts- oder Erziehungsthemen, bei Finanzierungsfragen und Money Mindset, bei Image- oder Selbstwertproblemen, und natürlich wenn es um die eigene Karriere oder berufliche Herausforderungen geht. Egal, ob im Eigencoaching, im Präsenzcoaching mit einem ausgebildeten Coach oder Online mit Gruppendynamik-Effekt, soll es immer darum gehen, einen persönlichen Entwicklungsschritt zu machen oder seine Leistungsfähigkeit zu verbessern. Kann Coaching das alles stemmen? 

 

Coaching – was heißt das überhaupt genau?

Der Begriff Coaching kommt, wie so viele Modewörter, aus dem Englischen. Schlägt man in einem Wörterbuch nach, erhält man als Übersetzung die Wörter „Training, Nachhilfe“. In der gängigen Praxis versteht man darunter einen Sammelbegriff für unterschiedliche Beratungs- und auch Trainingsmethoden zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele.

  

Beim systemischen Coaching (hierin habe ich meine Ausbildung gemacht) kommt ein wichtiger Punkt hinzu, nämlich, dass die KundIn (Coachee) nicht isoliert betrachtet wird, sondern immer in dem Kontext - ihrer Umwelt, ihrem System, in dem sie sich gerade befindet und mit dem sie in Interaktion und Wechselwirkung steht. Im Unterschied zur klassischen Beratung bietet systemisches Coaching den KundInnen keine direkten Lösungsvorschläge an, sondern begleitet diese in einem strukturierten Prozess dabei, ihre eigenen Lösungen durch Selbstreflexion zu entwickeln. Die Coachee bleibt ExpertIn in ihrem „Problemfeld“, die Coach ist ExpertIn für die Gesprächs- und Beratungskonzepte, stellt die passenden Fragen, bietet hilfreiche Zusammenfassungen an, gibt Rahmen und Struktur vor und hat dabei immer die Zielorientierung im Blick. Es entsteht ein wertschätzender Dialog auf Augenhöhe.

 

Coaching kann allerdings keine Psychotherapie oder Lebensberatung ersetzen. Traumata, Depressionen,  Angstzustände, andere Krankheitsbilder und Krisensituationen sind nicht sein Einsatzgebiet, hier sollten Fachleute mit einer entsprechenden Ausbildung herangezogen werden.

 

Coaching – Welche Formen gibt es und wie wirken sie?

Sie denken über ein Coaching nach? Wenn Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass Sie etwas verändern möchten, ist das bereits ein erster großer Schritt, denn Veränderung ist so oft mit dem Verlassen der Komfortzone, mit Angst vor dem Ungewissen, verbunden, dass man am liebsten gleich wieder wegschaut. Mittlerweile gibt es aber so viele Möglichkeiten, dass es gar nicht einfach ist, das Richtige für sich selbst und sein Thema zu finden.

 

Selbst-/Eigencoaching oder professionelle Begleitung?

Gezieltes Selbstcoaching ist ein absolut vernünftiger Schritt, wenn Sie merken, dass Sie sich mit Ihrem Thema im Kreis drehen und keine Lösung in Sicht ist. Eigencoaching kann Ihnen erste Hinweise und Impulse liefern, um Klarheit über die eigenen Ziele und deren Umsetzung zu erlangen. Wie in einem angeleiteten Coaching helfen auch hier strukturierte Fragen, die Sie sich selbst stellen können. Dazu gibt es jede Menge Literatur, Webinare oder Selbsthilfe Apps.

 

Klare Vorteile sind die geringen Kosten, die zeitliche Flexibilität und die gewahrte Diskretion. Und schließlich sind und bleiben Sie die ExpertIn für Ihre Herausforderungen, niemand kennt Sie besser als Sie sich selbst. Trotzdem gibt es den sogenannten „blinden Fleck“, wo man selbst nicht so gerne hinschaut, und den „inneren Schweinhund“, der so oft an der Umsetzung hindert, womit wir bei den Nachteilen von Selbstcoaching wären.

Hier kann ein professionelles Präsenz Coaching den entscheidenden Unterschied ausmachen. Es entwickelt sich, wie bereits angesprochen, ein Dialog auf Augenhöhe, bei dem die Coach eine Vertrauensbasis aufbaut, genau zuhört, fragt und nachhakt. Sie erhalten eine neutrale Rückmeldung von außen, da die Coach eben nicht in Ihre Gedanken und Emotionen verstrickt ist. Sie kommen möglicherweise schneller und effizienter zu Ihrem Ziel - bei entsprechend höherem Kostenaufwand.

Präsenzcoaching oder Online/Digitales/E-Coaching

Während das Präsenz Coaching von der physischen Anwesenheit der Beteiligten, dem persönlichen Austausch im Gespräch und von den sichtbaren und spürbaren Reaktionen auf gesetzte Interventionen lebt, versteht man unter online/digitalem oder E-Coaching einen Begleitprozess, der sich für die Kommunikation zwischen Coach und KundIn digitaler Medien bedient. Die Digitalisierung macht hier auch vor der Beratungs- und Coaching-Branche nicht halt. Von Telefon, E-Mail, Chatrooms, Videokonferenzen bis zu virtuellen Meetingräumen oder Smartphone-Apps macht die Technik fast alles möglich.

 

Die Online Variante bietet den klaren Vorteil, dass man in der Wahl des Coachings inhaltlich, örtlich und zeitlich viel flexibler ist. Virtuelle Einheiten lassen sich auch mit einer ExpertIn, die auf das eigene Thema spezialisiert ist, aber beispielsweise im Ausland arbeitet, wunderbar vereinbaren. Gruppen Coachings bieten darüber hinaus ein gewisses Maß an Anonymität, je nachdem, inwieweit man sich auf die Gruppendynamik einlässt oder eben nur „stille Mithörerin und Mitleserin“ bleibt.

 

Da die persönliche und emotionale Komponente in einem „Coaching auf Distanz“ überwiegend fehlt, wird das häufig durch schriftliche Kommunikation ausgeglichen. Es gibt Arbeitsblätter, Checklisten oder Fragenkataloge, die vor einem Live-Coaching oder Webinar als Vorbereitung versandt werden. Dies kann das Zuhören, Einfühlen, in Resonanz gehen und Feedback geben eines Präsenz Coachings nicht ersetzen, spart allerdings Zeit und ermöglicht der Coachee eine Reflexion zum Thema auch zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Die Wahl des Coachings wird also stark von den unterschiedlichen Bedürfnissen der KundInnen abhängen, je nachdem, ob es ein persönliches Gespräch braucht, um die Tiefe des Themas erfassen zu können oder ob ein Online Coaching mit Beratungscharakter ausreicht, um seine Ziele zu erreichen. An sich selbst zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln, erachte ich jedenfalls als sinnvoll, und hier mit der Mode zu gehen, kann ja auch nicht schaden.

 

Einen persönlichen Erfahrungsbericht zu den einzelnen Formen und meine besten Tipps und Tricks für hilfreiche Selbst Coaching Konzepte gibt es in Kürze als kostenlosen Download auf www.mariposa-consulting.at.


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